Das Leben hängt an einem seidenen Faden, das der Musik an einem einzigen Ton

Alphonse20122015

Unsere neue Konzertreihe mit der Überschrift

Legendäre Pianisten als legendäre Klavierpädagogen:

Dieter Weber , Musikhochschule Wien

Besser kann man es nicht ausdrücken, daß Jahrzehnte nach Dieter Webers Ableben seine Schüler noch immer in seinem Bann gehalten werden
 

Hören Sie einige Paganini-Variationen von Johannes Brahms mit Dieter Weber
Der Klavierabend mit John O’Conor, der ursprünglich für den 14.10.2018 vorgesehen war, wurde verschoben auf 2019. Ebenso erfährt der Klavierabend mit Elisabeth Leonskaja einen neuen Termin!

John O’Conor aus Irland, hat 1972 den 1. Preis beim internationalen Beethoven-Klavier-Wettbewerb in Wien gewonnen. Auch der damalige 3. Preisträger Oscar Tarrago aus Mexico wird in unserem kleinen Kammermusiksaal einen Klavierabend geben.

Damit werden folgende Meisterschüler des Ausnahmelehrers Dieter Weber in Frechen zu erleben sein:

John O’Conor, Irland

Boris Bloch, Ukraine + USA

Oscar Tarrago, Mexico

Marioara Trifan, USA

André Boainain, Brasilien + Südkorea

Sorina Aust Ioan, Österreich

Alphonse Sauer, Deutschland + Luxembourg

Ausserdem freuen wir uns auf den Arienabend mit dem Startenor Michael Kleitman und einen Gitarrenabend mit dem einzigartigen Gabriel Guillen Navarro. Der aus Hamburg stammende und in Wien lebende Pianist Stephan Möller wird die späten Klaviersonaten von Ludwig van Beethoven vortragen. Möller ist einer der wenigen Pianisten, der alle 32 Sonaten Beethovens vortragen kann (Sogar in 4 Konzerten innerhalb 2 Tage). Auch Marek Drewnowski aus Polen wird in Frechen zu hören sein. Drewnowski hatte eine CD mit Sonaten von Scarlatti veröffentlicht, die dem amerikanischen Komponisten, Dirigenten und Pianisten Leonard Bernstein dazu veranlasste ihn suchen zu lassen um ihn zum gemeinsamen Musizieren in die New Yorker Carnegie Hall einzuladen. Zunächst freuen sich die Besucher auf Mehriban Suleymanova aus der Ukraine und in Azerbeidschan wohnhaft, die wie Boris Bloch schon zum zweiten mal noch diesen November auftreten wird!


 

    Wir sind da, um der Musik zu dienen.

Lernen Sie Klavierspielen bequem von zuhause aus! Es gibt viele Methoden, unsere Methode basiert auf der weltberühmten Wiener Klavierschule. Lernen sie von Anfang an richtig zu sitzen, differenzierte Anschläge zu kultivieren, die Notenschrift zu entziffern um schließlich schon recht früh Gefühle über die Musik zu transportieren.

Geben Sie sich ein Ruck und mailen Sie uns noch heute. Es wäre der erste kleine Schritt zu einer großen Verbesserung Ihrer Lebensqualität indem auch Sie aktiv die Musik zu Ihrem besten Freund machen!

Die Musik formt den ganzen Menschen und hilft ihm gesund zu bleiben. Klavierspielen ist laut einer Studie der Univerität Zürich die beste Methode Demenzerkrankungen vorzubeugen.  Auch als 70jähriger können und sollten Sie anfangen solange SIe noch fit sind. Hierzu verweisen wir auf die Sendung Quarks & Co im WDR mit dem Moderator Ranga Yogeshwar.

Werden Sie Mitglied der Ersten Wiener Klavierschule, einem Verein, der vor kurzem in Wien gegründet wurde. Nur Mut: auch Sie können lernen Klavier zu spielen. Probieren Sie es aus! Schon für € 20,- Mitgliedsbeitrag im Monat erhalten Sie exklusiv jede Woche eine Lektion. Es werden Lesungen, Konzerte und Kurse in unseren Kammermusikräumen in Köln (später auch in Wien, Paris und Berlin) stattfinden. Überall sind unsere Mitglieder herzlichst als VIP Gäste eingeladen.

Musizieren oder Klavierspielen kann zu einer Weltanschauung werden.  So titelte Robert Schumann das letzte Stück seiner Kinderszenen mit:  „Der Dichter spricht“.

In diesem Sinne wünschen wir allen Interessierten, dass sie mit uns den richtigen Weg einschlagen, um eines Tages wie ein Poet über das Klavier kommunizieren zu können.

Skrjabins russische Seele nachempfunden von Alphonse Sauer:

Konzert von Boris Bloch am 23. April 2017 war ein toller Erfolg. Der Kammermusiksaal war erfüllt von einer besonders wohltuenden Atmosphäre, daß sogar der Meister selber davon tief beeindruckt war und versprochen hatte, nächstes Jahr wieder zu kommen. Hier eine kleine Kostprobe:

Klaviertechniker

Mein erster Schüler ist zwar kein Pianist geworden, dafür aber einer der besten Klaviertechniker der Welt:  
Manfred Häfele von Bösendorfer aus Wien.


Manfred Häfele, Bösendorfer Wien

Sogar der legendäre italienische Pianist Arturo Benedetti Michelangeli verlangte Herrn Häfele, um seinen Steinway für ein Konzert in Wien vorzubereiten und schickte zwei seiner eigenen Techniker zurück nach Italien, obwohl sie absolute Steinway Spezialisten waren. Herr Häfele war Chefstimmer bei den Salzburger und Wiener Festwochen und wußte nicht nur einen Bösendorfer Flügel zu optimieren.

Die zweite Anekdote, daß es mir gelang ihm die d-moll Toccata von Scarlatti mit einem Trick beizubringen, sodaß die Repetitionen extrem brillant gelingen. Dann sprach ich mal mit einem Klassenkollegen aus Wien, der es zu Weltruhm schaffte und zufällig in einer depressiven Phase war und mir anvertraute, daß er an seinen Fähigkeiten zu zweifeln begann. Auf mein Nachfragen sagte er, daß selbst sein Klavierstimmer besser spielen könnte als er selber. Da wußte ich, daß es sich nur um Manfred Häfele handeln konnte! Vielleicht wollte Michelangeli ja auch von ihm nur meine Repetitionstechnik erlernen? (Hoffe meinen Witz verstanden zu haben, sonst wäre das wohl mehr als anmaßend)

Das Pendant zu Manfred Häfele (Spezialist für Bösendorfer) in Wien ist vielleicht Hans Giese (Spezialist für Steinway) in Köln
 
Hans Giese, Kölner Philharmonie

Hier arbeitet Hans Giese am Petrof Model I, der für das Klassikfestival in Buschbell 2013 zur Verfügung gestellt wurde

Der Techniker der Kölner Philharmonie ist ein Künstler auf seinem Gebiet. Er scheint nicht genug zu bekommen von Flügeln und veranstaltet sogar Hauskonzerte mit teilweise weltberühmten Künstlern! Es freut einen zu sehen, daß das Hauskonzert wieder eine Renaissance erlebt.
 

Die Dreifaltigkeit der Klaviertechniker wird komplett durch Eckhard Radmacher. Herr Radmacher hat an der Kölner Musikhochschule sein Konzertexamen als Pianist absolviert und ist ein ausgezeichneter Pianist. Kostproben können auf Sie auf seiner Homepage hören. Selten ist es bei klassischen Pianisten zu finden, daß sie gleichermaßen im Jazz zuhause sind. Das war auch der Traum von Friedrich Gulda, der eine Generation vor mir bei Bruno Seidlhofer studierte.
> Eckhard Radmacher, Steinway & Sons
Eckhard Radmacher machte für sich Guldas Traum wahr, schrieb Note für Note die besten Einspielungen von Oscar Peterson auf Papier und ist noch dazu einer der gefragtesten Klaviertechniker. Das ging soweit, daß der 1.Preisträger des Chopin Klavierwettbewerbs von Warschau 1974, Krystian Zimmermann, ihn auf seine Welttourneen mitnahm um seinen Steinway D Flügel für die Konzerte zu optimieren. Schwer genug jemanden zu finden, der Klassik und Jazz gleichermaßen in sich vereint, aber dazu noch als Klaviertechniker in der Champions League zu agieren ist vielleicht weltweit einzigartig!

https://www.er-pianoservice.de

 

Gruppe Zweifellos lädt ein

Missverständnisse

Missverständnisse entstehen durch unterschiedliche Wahrnehmung der Wahrheit. Was ist aber die Wahrheit? Die Wahrheit ist eine Verbindung zwischen Realität und Wirklichkeit. Während die Realität eine feste Komponente darstellt, ist die Wirklichkeit, also die Art und Weise wie die Realität wirkt, individuell verschieden. Damit erklärt sich, wieso es multiple Wahrheiten gibt.

In jüngerer Zeit ist es spätestens seit der Präsidentenwahl in den USA Mode geworden „alternative facts“ zu schaffen. Da nimmt man einfach eine Komponente heraus, nämlich die Wirklichkeit, um aus politischen Kalkül den Tatsachen eine nicht für alle nachvollziehbare Wirkung zuzuordnen. Genauso falsch wäre es, nur die Realität ohne ihre Wirkung als Wahrheit zu betrachten.

Was ist denn das Gegenteil des Missverständnisses?

Ist es vielleicht die „Einhellige Meinung“?
Kann sie nur in der Theorie gemessen werden, wie etwa in der Vorstellung einer geometrischen Parallele in der Unendlichkeit von Zeit und Raum, so ist das Missverständnis gelebte Wirklichkeit.

Schon in der Sprache zeigt es sich, daß Begriffe unterschiedlich verstanden werden, weshalb oftmals zuerst die Begriffe geklärt werden sollten.

Aber das Hauptargument für die These, daß das Missverständnis (oder die Wirklichkeit) ein Teil der Wahrheit und der andere Teil die Realität ist, liegt wohl darin begründet, daß es mehr als nur eine Wirklichkeit gibt, während die Realität keine Unterschiedlichkeit kennt. Korrekt wäre es also davon auszugehen, daß es soviel Wahrheiten wie Menschen gibt, weil auf jeden die Realität unterschiedlich wirkt.

Für heute ist es meine Aufgabe, aus der Perspektive als Interpret klassischer Klaviermusik das Phänomen näher zu betrachten.

Apropos Perspektive: Zur gleichen Zeit im selben Raum zu sein ist immer nur einer Person vorbehalten, also hat jeder Mensch schon rein physisch eine eigene, individuelle Perspektive. Die wichtigsten Faktoren für Individualität sind aber vielleicht die verschiedene Lebenserfahrungen, das Lebensalter, das Geschlecht und die unterschiedlichen Gene, die Erziehung und die Sozialisation in Kombination mit differierender Emotionalität.

Kommen wir zur Musik:

Musikliebhaber alter Meister erhoffen sich von klassischen Interpreten, daß sie in der Lage sein mögen, möglichst authentische Werktreue darzubieten, die dann idealerweise, digital auf CD gespeichert, der Nachwelt erhalten bleiben. Hier liegt ein falsches Verständnis der Kunst im Allgemeinen und der Musik im Besonderen zugrunde. Denn Musik lebt von Veränderungen! Das Element der Musik ist die Zeit, repräsentiert vom Rhythmus. Aber selbst ein Gemälde kann Rhythmus suggerieren (denken Sie an Goya, van Gogh oder Edvard Munck), auch wenn ohnehin klar sein dürfte, daß die Wechselwirkung von Betrachter und Kunstwerk dem stetigen Wandel unterliegt und somit nicht regungslos in der Zeit gefangen ist.

Auch der beste Interpret, der auf „absolute“ Werktreue wert legt, spielt jedesmal anders. Glücklicherweise, möchte ich meinen.

Nun ist der Moment gekommen, mich damit näher auseinanderzusetzen:

In der Werktreue liegt das größte Missverständnis aller Interpreten. Der gute Schüler und auch viele professionelle Künstler wollen dem dienen was in den Noten steht. Sie vergessen dabei aber erstens, daß das Wesentliche in der Musik nicht aufgeschrieben werden kann und daß zweitens dabei oft vergessen wird der Musik zu dienen. Lieber dient man der Druckerschwärze.

Die Frage kann man sich stellen, warum ein Komponist X eine Passage in bestimmter Weise aufgeschrieben hat? Soll hier beispielsweise staccato gespielt werden oder tatsächlich staccato klingen? (Zum besseren Verständnis für die, die nicht Klavier spielen: Wenn man einen Ton Staccato spielt, ihn aber im Pedal festhält, klingt er nicht mehr staccato). Schon hier unterscheidet sich die Notationsweise oder Eigenart der einzelnen Komponisten deutlich und ladet ein zum falschen Verstehen.

Wie oft hörte ich in meinem Leben: „Ja – aber da steht doch?“
Es gab Anfang des 20. Jahrhundert einzelne Tonaufnahmen von großen Komponisten wie Rachmaninov oder Scrjabin. Manchmal gibt es von einem Stück gleich mehrere Aufnahmen. Auffallend ist, daß ein Komponist sein eigenes Werk oft vollkommen unterschiedlich spielt und weniger zu tun hat mit dem, was gedruckt ist. Würde Beethoven noch einmal unter uns sein und wir ihn beispielsweise fragen, ob er sich noch an seine Komposition „Für Elise“ erinnerte, würde er es vermutlich bejahen. Dann gäben wir ihm leere Notenblätter und Bleistift mit der Bitte seine „Für Elise“ nochmal aufzuschreiben. Was denken Sie, was heraus kommen würde? Ich habe als Beispiel absichtlich Beethoven genommen, weil er ein sogenannter iTüpfel Reiter (österreichischer Ausdruck für Pedant) war und ich mir trotzdem sicher bin, daß er sein Stück signifikant anders geschrieben haben würde.

Wo liegt hier also das Missverständnisse? Zu glauben das strikte Befolgen der Vorgaben würde den Komponisten dienen ist ebenso falsch wie zu denken, es hätte etwas mit authentischer Interpretation zu tun. Wem sollte denn der Interpret dienen?

Sowohl der Komponist, als auch der Interpret dienen dem gleichen Ziel: der Musik. Die legendäre Sopranistin Maria Callas sagte einmal: „Die Musik ist so erhaben, daß man ihr nur dienen kann!“

Wie schafft man es zu vermeiden, daß der Realität zu viel Gewicht zukommt? Die Antwort gibt uns der Maler Manuel Kandinsky, der sinngemäß sagte: „Was macht ein Kunstwerk aus? Die Farbe? Die Form? Die Striche? Nein, es ist die Atmosphäre, die es erzeugt.“ In dieser Atmosphäre haben dann alle individuellen Wirklichkeiten Platz, weil sie sich dort nicht widersprechen, sondern ergänzen und miteinander verschmelzen.

So gesehen sind Missverständnisse Voraussetzung zur Einhelligkeit.

Copyright Alphonse Sauer

Gibt es eine Hierarchie in der Musik?

Als ich ein Heranwachsender oder später ein junger Student war wunderte ich mich darüber, daß die Namen der Interpreten auf den Ankündigungsplakaten übermäßig groß und die vorangekündigten Werke der Komponisten verhältnismäßig bescheiden klein ausfielen.

Schnell wurde mir klar, daß es etwas mit dem kommerziellen System zu tun hatte. Denn die Komponisten und ihre Werke kannte man ja, aber die Attraktion war der Interpret, der -wenn er berühmt war- für ein ausverkauftes Haus sorgen konnte.

Anfangs beugte ich mich dieser scheinbar unumstößlichen Logik. Bis ich in rebellischer Weise alles in Frage stellte, was ich bisher als gegeben ansah. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, daß ich nie der „berühmte Pianist“ war, der die Säle voll machen konnte? Keine Frage – in jungen Jahren wollte ich berühmt werden und Karriere machen. In der Form wie ich es mir erträumte, hat es nie statt gefunden. Interessanter Weise war ich aber weder frustriert noch traurig wegen dieses Umstandes, denn ich weiß was das Sprichwort in Japan besagt: „Vorteil ist Nachteil und Nachteil ist Vorteil“!

Es geht nicht nur in der Musik um die Freiheit!  Als berühmter Interpret ist der Terminkalender über Jahre hinaus vollgebucht. Die Kontrolle über das eigene Leben haben dann andere. Der Widerspruch ist nur der, daß eine der Voraussetzungen um der Musik uneingeschränkt dienen zu dürfen ist,  frei zu sein! So gesehen ist es ein Vorteil für die Musik nicht selber berühmt zu sein. Leider ist Ruhm besonders heutzutage die Voraussetzung dafür um überhaupt künstlerisch tätig zu sein. Welcher Heldentenor möchte nicht einmal in Bayreuth Siegfried aufführen dürfen? Die Championsleague verlangt eine beinharte Selektion. Meine Vorstellung bezieht sich daher auf Soloauftritten, die keine kostenintensive Aufführungen bedürfen.

Zurück zu den Plakaten. Sollte man sie vielleicht so gestalten wie früher, als man unten ganz klein die Namen der handelnden Musiker druckte und in fetten Lettern die Komponisten und ihre Werke pries? Die Antwort darauf hebe ich mir für später auf.

Zuerst will ich die Aufmerksamkeit der Leser darauf richten, daß die Konzertprogramme nicht immer so kompakt ausgesehen haben wie heute. Es fällt auf, daß immer mehr Menschen den Drang haben alles komplett zu besitzen. Alle 32 Beethoven Sonaten, alle 9 Symphonien oder am besten das gesamte Oevre auf CD oder DVD zu haben scheint erstrebenswert. Die Frage darf erlaubt sein zu wissen, wie oft die Besitzer solcher Sammlungen alle ihre Schätze auch in Ruhe angehört und genossen haben, oder ob es ihnen genügte zu wissen, daß sie in ihrem Regal zu finden wären.  Auch Interpreten scheinen es sexy zu finden Gesamtwerke eines Komponisten einzuspielen, oder haben die Kulturmanager ihnen dazu geraten? Dieser Trend ist absurd. Man geht ja auch nicht in ein Restaurant und bestellt die gesamte Speisenkarte!

Wenn ich mir wünsche, daß die Interpreten sich selber nicht so wichtig nehmen und einen Schritt zurück nehmen, dann wünsche ich dasselbe auch von den Komponisten und ihren Werken! Die Musik verträgt keine Götzen, weder auf seiten der Interpreten, noch auf seiten der Komponisten. Die Musik ist ein Resultat der Energie des Universums, ist also schon da und war schon immer da. Sie wird nur gefunden und verwaltet von denen, die sie aufgeschrieben haben, also den Komponisten und denen, die sie zum Klingen bringen, also den Interpreten.

Aus dieser Einstellung heraus habe ich mich entschlossen Konzertprogramme in Zukunft etwas anders zu gestalten. Die Musik will ich thematisch zueinander fügen und dabei auch nicht davor zurückschrecken etwa zwischen einzelnen Sätzen einer Sonate andere Musik anderer Komponisten einzufügen, wenn sie sich ergänzen oder ein gewollter Kontrast entstehen soll. So werde ich bei meinen nächsten Konzerten die es-moll Sonate op.26 von Samuel Barber nach dem dritten Satz durch eine Variation in g-moll aus Bachs Goldbergvariationen ergänzen und nach dem vierten Satz, der Fuge, das Thema der Goldbergvariation spielen, quasie um den Schrecken zu neutralisieren in der Hoffnung, daß es wie ein Medikament wirkt, nachdem die Zuhörer sich in den Sätzen 1,3 und 4 atmosphärisch in einer Hölle befunden hatten. Es werden zu gegebener Zeit die Resultate auf Youtube veröffentlicht werden.

Wenn ich Konzerte meiner Kollegen organisiere versuche ich traditionell zu bleiben um niemanden zwangszubeglücken.

Alphonse Sauer

Geistige Brüder?

Robert Schumann – Alexander Skriabin – Leos Janacek
Franz Schubert – Dmitri Schostakovic
Wolfgang Amadeus Mozart – Sergej Prokoffief
Johannes Brahms – Ludwig van Beethoven
Frédéric Chopin – Giacomo Puccini (nicht wie er selber glaubte Bellini)
Johann Sebastian Bach – Olivier Messiaen – Eric Satie
Domenico Scarlatti – Felix Mendelssohn Bartholdy
Richard Wagner – Franz Schmidt – Richard Strauss

…nicht daß ich der Meinung wäre die Musik sei ähnlich, aber die Exaltiertheit Schumanns findet man auch bei Skriabin und Janacek, tiefste Depressionen hören wir bei Schubert und Schostakovic, überbordende Ideen, die so vielfältig waren, daß sie sie in ihrer Fülle nicht aufschreiben konnten verbindet Mozart mit Prokoffief, die Ernsthaftigkeit verbindet Brahms mit Beethoven, wobei ich sagen möchte, daß ich bei Brahms den Humor etwas vermisse. Die Essenz der Musik ist natürlich bei Bach am ausgeprägtesten, aber in diese Richtung arbeiteten auch Messiaen und Satie mit seinem Minimalismus. Geniale Verspieltheit finden wir bei Mendelssohn ebenso wie bei Scarlatti und monumentale Musik vereinen die Zeitgenossen ihrer Zeit Wagner, Strauss und Schmidt.
Viel Spaß bei Assoziieren und Kritisieren.

Wichtig ist, daß wir über unsere Lieblinge nachdenken.

Wer hätte denn noch Ideen wo man Ravel, Debussy und Haydn, Reger, Stravinsky und Verdi charakterlich einordnen könnte?
Schreibt mir, wenn Euch danach ist!

Alphonse Sauer, 30.7.2016

Die Fesseln des Interpreten

Ja – der Interpret muss Respekt haben vor dem Komponisten, aber es genügt nicht, sklavisch das zu realisieren was in den Noten steht.

Was nicht in den Noten steht, ist nämlich weit wichtiger!

Versuchen wir uns die Situation der Klangschöpfer zu versetzen. Ihr Problem ist nämlich das Niederschreiben der musikalischen Ideen. Manchmal sind Anweisungen nicht unbedingt wörtlich zu nehmen! Beispiel: Wenn Frédéric Chopin bei seiner ersten Etüde op.10/1 in C-Dur auf jeder Viertel einen Akzent setzt, dann will er vermutlich nicht, daß es so klingen soll, sondern vielmehr will er sicher sein, daß der Interpret kein Rubato anwendet.

Der sogenannte Urtextspieler realisiert ausschließlich was in den Noten steht, was zugegebenermaßen oft schwer genug ist. Aber das kann nur der erste Schritt sein um den Geist der jeweiligen Musik zu erleben.

Im Gegensatz dazu stehen Künstler, die die Musik benutzen um Klavier zu spielen, dabei sollte man lieber das Klavier benutzen um Musik zu machen. Diese Musiker neigen oft auch dazu, auf „Teufel komm raus“ ihre eigene Originalität zu finden um sich von anderen Kollegen zu unterscheiden. Auch um den Preis, daß es nicht mehr viel mit dem Willen des Komponisten, bzw seiner geschriebenen Komposition zu tun hat. Oftmals werden solche Pianisten von der Zuhörerschaft als besonders genial empfunden.

Ob professioneller Konzertpianist oder klavierspielender Amateur, die Gesetze der Musik gelten für alle:

1. Klang

egal was man tut, es muss gut klingen!

Kein pp darf säuseln oder substanzlos gleichgültig klingen. Kein ff darf gedroschen werden oder das Ohr der Zuhörer beleidigen. Prinzipiell heißt pp „zart spielen“ und ff „groß spielen“
Der Bass soll nicht einfach nur mit Wolllust gedonnert werden, sondern sollte eine Linie haben.
Die Transparenz des Klanges lebt auch von den Mittelstimmen, die manchmal in den Vordergrund rücken. Das bewusste Pedalspiel trägt wesentlich zum Wohlklang bei.

2. Rhythmus

Oftmals muss man die sogenannten Schwerpunktspieler ertragen. Es scheint als fühlten sie sich nur sicher, wenn sie konsequenterweise die „1 “ betonen und merken nicht, wie sehr ihre Musik buchstabiert klingt.
Der Rhythmus bekommt einen besonderen Reiz, wenn er locker und leicht „swingt“. Das staccato -Spiel kann manchmal sehr hilfreich sein, besonders im Wechselspiel zu sanglichen Legato-Passagen. Besondere Aufmerksamkeit sollte den Auftakten gelten um einen zwingenden (oder swingenden) Rhythmus zu präsentieren.

3. Artikulation

Die kleinen Bindebögen werden oftmals übersehen. Sie markieren nicht nur das ausdrucksstarke Lamento (Klagen), sondern bestimmen auch den Charakter der Motive. In der Barockmusik war die Artikulation das Hauptausdrucksmittel, das bis zur Musik von heute seine Bedeutung nicht verloren hat.

4. Dynamik

In anderen Ländern sagt man zum Klavier Fortepiano, also „Lautleise“, weil man im Gegensatz zu Cembalo oder Klavichord dynamische Veränderungen in beeindruckender Weise realisieren kann. Ludwig van Beethoven hat die dynamische Entwicklung des Klaviers stark vorangetrieben. Manchmal kommt der Pianist im Eifer des Gefechtes bis an die Grenze der Möglichkeit seines Instrumentes. Was tun in einer solchen Situation? Es gibt da zwei clevere Reaktionen. Die eine ist etwas breiter werden und die zweite ist, die Ressourcen der linken Hand zu nutzen, wenn die rechte Hand an ihr Limit gekommen ist.

5. Agogik

Der große Pianist Vladimir Horowitz sagte einmal: „Ich spiele Mozart wie Chopin und Chopin wie Mozart“. Was meinte er wohl damit? Vielleicht, daß Mozart oft zu streng gespielt wird, nicht genug singt und unfrei klingt und Chopin bei vielen Interpreten nicht sachlich und klassisch genug klingt, sondern durch zuviel rubatische Willkür am Rande des Kitsches wahrgenommen wird?
Grundsätzlich gilt bei Rubato: am Anfang langsam, in der Mitte schnell und am Ende wieder langsam. Am besten unmerklich, ohne daß die Zuhörer es bewußt wahrnehmen, quasi wie ein Zauberer im Zirkus! Nur das Resultat soll Erstaunen, wie es gemacht wird ist die Aufgabe der Pädagogen es den Schülern zu vermitteln. Allzu gleichmäßiges Spiel lädt schnell zum Gähnen ein. Die Kontrolle des Agogik hat mit Geschmack zu tun und mit Aufmerksamkeit.

6. Die richtigen Noten

Die meisten Schüler hören, wenn sie nicht die richtigen Noten spielen und um das zu verhindern neigen sie oftmals dazu durch Vorbereitung des Spielapparates die richtigen Noten zu treffen. Das Problem dabei ist, daß die Spannung von Ton zu Ton unterbrochen wird.

Alphonse Sauer, 29.7.2016

Wiederhören und -sehen mit Elisabeth Leonskaja

Das Konzert in der Kölner Philharmonie war eine Sternstunde des Klavierspiels.
Pianist Alphonse Sauer trifft seine ehemalige Lehrerin Elisabeth Leonskaja nach 35 Jahren wieder.

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Die Erste Wiener Klavierschule hat eine Reihe eingerichtet, die an den legendären Klavierpädagogen Dieter Weber, der in Wien die Tradition Bruno Seidlhofers fortsetzte, erinnern soll. Neben Sorina Aust-Ioan, die die Reihe eröffnete, gab im April Boris Bloch im Kammermusiksaal ein Konzert. Ausschnitt hier:

Das nächste Konzert mit Boris Bloch und Ludwig van Beethoven gibt es am Sonntag den 26.November 2017 um 18 Uhr

Schon am 2. July 2017 um 18 Uhr kommt der Brasilianer André Boainain, der seit einigen Jahren als Professor in Seoul, Südkorea tätig ist:

 

Am 3. und 10. September gibt Alphonse Sauer einen Mozart-Abend mit der Sonate B-Dur KV 570, der Fantasie c-moll KV 475 und der Sonate A-Dur KV 331

Klavierspielend leicht erlernen!

Erfüllen Sie sich den Traum Klavier zu spielen! Mit uns lernen Sie schnell und spielerisch bequem von zuhause aus. Das einzige was Sie brauchen ist ein Klavier, Noten und einen Internetanschluss.
Haben Sie das schon? Dann kann es losgehen!

Im Demovideo sehen Sie wie Sie mit den Schulungsvideos arbeiten, nämlich die gestellten Aufgaben solange wiederholen bis sie sitzen um dann zum nächsten Stück zu kommen. So kommen Sie Stück für Stück weiter, bei Bedarf erstellen Sie selbst ein Video und laden es auf Youtube (wenn Sie es nicht veröffentlicht haben wollen, dann markieren Sie auf „nicht gelistet“) und schicken den Link an die Erste Wiener Klavierschule!
Wir geben Ihnen eine Antwort zu dem was Sie gut machen und was Sie verbessern könnten. Wenn Sie aber auf den Geschmack gekommen sind und nicht allzuweit von 50226 Frechen-Königsdorf, Aachener Straße 643 wohnen, dann sind Sie herzlich als aktives Mitglied willkommen.

    Und so werden Sie passives Mitglied:

Drucken Sie sich die PDF-Datei aus, füllen alles sorgfältig aus und schicken die Datei unterschrieben per Post an unsere Adresse. Mit Ihrer Unterschrift versichern Sie uns, daß Sie unsere Datenschutzbestimmungen im Impressum gelesen haben und ihnen zustimmen.

Wir bieten Ihnen als Vereinsmitglied die Möglichkeit bequem von zuhause aus dieses Ziel zu erreichen. Sie ersparen sich Hin – und Herfahrt, Stress im Berufsverkehr, Stress auf einem Ihnen fremden Instrument spielen zu müssen und sich den strengen Ohren eines Lehrers auszusetzen.

Klavierspielen zu erlernen ist auch mit Ausgaben verbunden. So brauchen Sie ein stimmbares Instrument, dazu die richtige Klavierbank, einen Klavierstimmer zweimal im Jahr, bestimmte Noten und die Aufwendungen für privaten Klavierunterricht, der -je nachdem- so teuer wie ein privater Arztbesuch sein kann.

Bei uns brauchen sie zwar auch ein brauchbares Instrument, den Klavierstimmer und die Noten, jedoch ist der Jahresmitgliedsbeitrag nur € 120,-, oder € 15,- im Monat.

Auf diesem Video sehen Sie eine Dame, die vorher noch nie in ihrem Leben ein Musikinstrument zu spielen versucht und auch noch nie etwas mit Noten (außer vielleicht Banknoten) zu tun hatte.
Sie können das auch! Nur Mut!

Wenn Sie regelmäßig und am besten täglich üben, dann kommen Sie wahrscheinlich auf den Geschmack und wollen mehr erfahren, aber der Weg nach Köln (einem Vorort) ist zu beschwerlich oder zu weit. Als Alternative können Sie unserem Klavierprofessor ein Video von Ihnen schicken, wie schon beschrieben wurde. Weitere Auskünfte erfahren Sie über Email info@erste-wiener-klavierschule.at

Das 1. Kapitel ist öffentlich und für jedermann zugänglich. Ab dem 2.Kapitel werden die wöchentlich erscheinenden neuen Kapitel im Memberbereich im Menu „Verein“ verfügbar gemacht.